Am nächsten Wochenende wird Bern zum Mittelpunkt der europäischen Frisbee-Szene: 17 Topteams bestreiten auf der Allmend die erste Runde der Club-Europameisterschaft im Ultimate Frisbee.
„Noch nie fanden sich so viele führende europäische Mannschaften in Bern ein“, freut sich Philipp Musfeld vom Frisbee Club Flying Angels Bern (FAB), der das Turnier organisiert. Als ehemaliger Gewinner der Champions League seien die Angels besonders stolz, dieses Jahr Austragungsort der Nachfolger-Veranstaltung zu werden.
Ziel der 12 Männer- und 5 Frauenteams ist die Qualifikation für die Finalrunde Anfang Oktober im spanischen Blanes/Barcelona, wo die Besten aus vier regionalen Qualifikationsrunden aufeinander treffen und untereinander den Meister ausmachen werden. „Wir wollen in Bern unbedingt gewinnen, um in Spanien ganz vorne mitzumischen“, sagt FAB-Teamchef Lorenz Stauffer.
Um die vier Startplätze der Männer-Division, die in Bern vergeben werden, kämpfen vier Schweizer Teams: Neben dem amtierenden Schweizermeister FAB Vizemeister Freespeed Basel, Solebang aus Cham und Crazy Dogs aus Stans. Weitere Teams stammen aus Frankreich, Italien, Spanien, Holland, Belgien und Irland: Ultimate Vibration, Iznogood, Friselis, Fritz'toi, Yaka, CUSB La Fotta, Cotarica, Mucche al Pascolo, Misscoldisco, CUSB DDT, Primavera Olandese, Gentel.
In der Frauen-Division kämpft ein Team aus der Schweiz um einen von zwei Startplätzen – Lotus. In diesem Team spielen einige FAB-Frauen mit.
Die Flying Angels Bern spielen seit Jahren national wie auch international an der Spitze. Mit 12 Meistertiteln in den letzten 13 Jahren ist FAB der unbestrittene Leader in der Schweiz. Auch dieses Jahr sind die Angels Favoriten für das am 12. September stattfindende Schweizermeisterschafts-Finale.
Die grössten internationalen Erfolge feierten die Angels mit dem Sieg der Championsleague 2004, dem 3. Platz an der Club-EM 2005, dem 5. Platz an der Club-EM 2009 und diversen Siegen an internationalen Turnieren (letztmals 2010 in Amsterdam/Windmill Windup).
Die Spiele finden alle auf der Berner Allmend statt und können kostenlos mitverfolgt werden: Spielplan EUCR
Der Berner Angel Reto Zimmermann ist nach seiner Schulterverletzung wieder an die internationale Spitze im Frisbee Freestyle zurückgekehrt: Nach dem EM-Titel vor einem Monat in Schweden gewann Reto in den USA auch die WM.
„Unsere Kür begeisterte sowohl die Jury als auch die Zuschauer dermassen, dass wir - kaum hatten wir fertig gespielt - überschwänglich gefeiert wurden“, kommentiert Reto begeistert sein Comeback in Seattle. So etwas habe er in seinen 25 Wettkampfjahren bisher noch nie gesehen. „Selbst viele erfahrene Spieler gratulierten uns spontan und sagten, dies sei die beste Kür gewesen, die sie jemals gesehen haben.“
Zimmermann und seine zwei Partner, der Schwede Joakim Arveskar und der Italiener Clay Collera, setzten sich mit ihrer fünfminütigen Kür zu Musik von Wagner gegen rund 80 Konkurrenten vor allem aus den USA und Europa durch. „Es lief hervorragend. Wir machten nur zwei kleine Fehler, obwohl wir eine schwierigere Kür als im Halbfinal spielten.“
Die Flying Angels Bern haben die Frisbee-Club-Weltmeisterschaft in Prag auf dem 14. Rang beendet – so stark wie bisher noch kein Schweizer Team. Erfreulich gut boten die Berner den amerikanischen Top-Teams die Stirn.
„Noch können wir gegen die besten amerikanischen Teams nicht gewinnen, aber wir haben stark aufgeholt. Wir sind dran.“ Teamcoach Lorenz Stauffers Fazit der Ultimate-WM ist klar: Er ist zufrieden, doch noch bleibt viel zu tun. Die Amerikaner dominieren seit Jahren die internationalen Frisbeeszene, weil dort die Sportart viel populärer ist. Die fünf an der Club-WM teilnehmenden Teams klassierten sich alle unter den ersten Neun. „Die Lücke zwischen den europäischen und den US-Teams ist aber deutlich kleiner geworden“, haben die drei Coaches Lorenz Stauffer, Tom Frischknecht und Thomas Baeriswyl in Tschechien festgestellt.
„Wir sind nahe dran an den besten Teams“
Tom Frischknecht, Löru Stauffer, welche Bilanz zieht ihr nach dem14. Rang an der Club-EM?
Tom: Wir sind alles in allem zufrieden. Das Team hat die ganze Woche gut gespielt bis auf 30 Minuten im Match gegen Ragnarok aus Dänemark, in der Qualifikationsrunde für die Viertelfinals. Wir wurden mit einer Niederlage bestraft und vergaben eine bessere Platzierung. Ohne diese Niederlage hätten wir um einen Platz zwischen 9 und 12 gespielt und wären mindestens das viertbeste europäische Team.