Lorenz Stauffer (links) und seine Teamkollegen wollen hoch hinaus. (Rene Westenberg)
Die Voraussetzungen für ein gutes Abschneiden sind gut: Vor rund einem Monat gewannen die Flying Angels in Amsterdam das grösste europäische Turnier auf Rasen. Und eine Woche später bestätigte der mehrfache Meister seine Spitzenposition in der Schweiz. Mittlerweile blickt er auf 22 Siege in Serie zurück. Für die Finalrunde im Herbst sind die Berner wiederum die Favoriten. «Die Saison verlief von den Resultaten her bisher optimal», zieht Lorenz Stauffer, der das Team zusammen mit Thomas Baeriswyl und Tom Frischknecht trainiert, eine Zwischenbilanz. Die Stimmung sei gut, die Motivation hoch. Einziger Wermutstropfen seien «die ungewohnt vielen Verletzten, die wir zu beklagen hatten». An der Club-WM wollen sich die Berner unter die Top 5 Europas spielen. «Wir müssen realistisch bleiben: In Prag nehmen zahlreiche Top-Teams aus Nordamerika teil», sagt Stauffer. Diese seien deutlich stärker als die europäischen Mannschaften, da Frisbee in Amerika viel populärer sei. Favorit für den WM-Titel ist denn auch der derzeitige US-Meister Chain Lightning aus Atlanta.
Stauffer hat selber drei Saisons in US-Spitzenteams mitgespielt und dabei viel Erfahrung ins Berner Team eingebracht. In der Mannschaftssportart Ultimate müssen die Spieler möglichst viele Punkte schreiben, indem sie das Frisbee in der gegnerischen Endzone fangen. Mit der Scheibe darf nicht gelaufen werden, die Spieler müssen sich auf dem über 100 Meter langen Feld freilaufen, damit sie angespielt werden können.
Jahrzehntelange Dominanz
In Bern wird seit mehr als 25 Jahren Frisbee gespielt, seit fast zwei Jahrzehnten sind die Flying Angels vorne mit dabei. In den letzten 13 Jahren ging der Schweizer Meistertitel einzig 2007 an Freespeed Basel. «Nach zehn Titeln in Serie war damals die Luft etwas draussen», erinnert sich Stauffer. Viele hätten nach der Niederlage gedacht, es sei vorbei mit der Berner Dominanz.
Doch die Flying Angels kämpften sich ein Jahr später zurück und luchsten in einem Hitchcock-Final dem Erzrivalen aus Basel den Titel wieder ab. «In den letzten Jahren haben wir unser Team kontinuierlich wieder aufgebaut und mit neuen Spielern ergänzt», sagt Stauffer. «Und wir haben hart trainiert.»
Ein erster Höhepunkt auf internationaler Ebene folgte letztes Jahr mit dem fünften Rang an der Club-Europameisterschaft in London. Auch heuer wollen die Angels an diesem prestigeträchtigen Wettkampf wieder vorne mitspielen: «Wir fahren nach Barcelona, um zu gewinnen», sagt Stauffer. Die regionale Vorrunde der Europameisterschaft ist zugleich ein Heimspiel für die Angels: Sie findet im September in Bern statt. Das Endturnier wird im Oktober in der katalanischen Metropole durchgeführt.